Afrika > Seychellen > 16. Oktober 2018

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Gestern war ein Tag, den ich in meinem Leben nie wieder vergessen werde. Aber bevor ich zu dem eigentlichen Ereignis komme, beginne ich erst mal von vorne.

Den Palmspinnen trotzend habe ich gestern allen Mut zusammengenommen, mich noch mal in den Dschungel des Morne Seychellois National Park zu wagen. Vorher noch schnell in einem der vielen Tante-Emma-Läden etwas zu essen für die Wanderung eingekauft und los ist die Fahrt über die Sans Soucis Road gegangen.
Auto zu fahren ist mittlerweile kein Act mehr. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich an andere Gegebenheiten gewöhnt.

Sans Soucis Road
Teefabrik SeyTé

Morne Blanc Trail

Mit Rucksack, Cappy und geschlossenem Schuhwerk ausgestattet, waren wir dieses Mal auf dem richtigen Weg. An der Teefabrik SeyTé konnten wir perfekt parken und kostenlose Toiletten sowie ein schöner Ausblick waren auch noch mit dabei. Wer mochte, konnte sogar an einer kostenlosen 20-minütigen Führung teilnehmen. Wir wollten die einstündige Wanderung auf den höchsten Berg der Seychellen aber möglichst früh antreten, also sind wir direkt losgestapft.

Der steile Aufstieg am Start des Trails hat schon alles gesagt. Dass diese Wanderung als hart eingestuft ist, war mir ab da auch ohne Infotafel klar. Aber wir wollten ja unbedingt auf diesen Berg, also Beine in die Hand nehmen und los.

In dieser Höhe war die starke Luftfeuchtigkeit deutlich zu spüren. Ich war bereits verschwitzt, bevor ich mich überhaupt angestrengt hatte. Und nach wenigen 100 Metern über Stock und Stein – oder eher Wurzel und Stein – hat mein Herz schon bis zum Hals geklopft. Im Gesicht war ich rot wie eine Tomate und Dirk über sich selbst der Ansicht, gerade den Alkohol der letzten 10 Jahre rauszuschwitzen.
Ohne zwischenzeitliche Trink- und Sitzpausen hätte ich es bei diesem Tropenklima wohl niemals bis ganz nach oben geschafft. Die Hitze ist ein guter Vorwand, sich nicht als untrainiert hinzustellen.





Eine Gruppe Franzosen vor uns hatte schnaufend gemeint, sich hierfür auf den Seychellen nicht eingeschrieben zu haben. Und nach über einer dreiviertel Stunde bergauf laufen sind uns ein Einheimischer und sein Kumpel aus Dubai entgegengekommen, der gottfroh war, als er endlich mal eine Trinkpause einlegen konnte. “I’m dying“, waren seine Worte.
Jeder war mit dem Ansporn unterwegs, diese gigantische Aussicht erleben und sich selbst auf die Schulter klopfen zu können.

So anstrengend die Wanderung auch war, kann ich nur jedem empfehlen, sich da durchzubeißen. Der Blick auf die in Blautönen strahlenden Buchten belohnt einen am Ende allemal. Und noch dazu sind wir keiner einzigen Palmspinne begegnet. Wie uns der Einheimische aufgeklärt hat, mögen die es so weit oben nämlich nicht. Auch noch nie zuvor gesehene Pflanzen haben den Dschungel interessant gemacht.

Sony Alpha 6000



Nachdem wir gefühlt 100 Fotos geschossen hatten, haben wir uns allmählich auf den Weg zurück nach unten gemacht. Meine Kamera habe ich auf der Aussichtsplattform vorsichtshalber noch weggepackt, da meine Beine nach dem anstrengenden Bergauflaufen rückzus wie aus Gummi waren. Selbst als wir am Auto angelangt waren, haben sie noch gezittert.
Kaum hat man jedoch eine schwierige Wanderung hinter sich, fühlt man sich wie neu geboren. Dirk und mich erfüllt das immer mit einer richtigen Genugtuung, so dass wir uns im Anschluss vorgenommen haben, endlich mal richtig gut kreolisch essen zu gehen.

Auf der planlosen Fahrt Richtung erstbestem Restaurant haben wir noch Halt an der Anse Royale gemacht. Was für eine traumhafte Bucht! Da konnten wir einfach nicht dran vorbeifahren.
Weitere 100 Fotos später sind wir nach nur kurzer Zeit bei einem Restaurant eingebogen. Dirk hat dort zufällig einen Parkplatz entdeckt und sich diesen sofort geschnappt. Von außen hat es nicht sonderlich viel hergemacht, beim Betreten hat es uns aber umgehauen. Der Boden und die Bar waren aus Holz und in Richtung Meer, das in Türkistönen gestrahlt hat als wäre es von unten beleuchtet, war alles offen.

Unter Palmen haben wir es uns barfuß auf Stühlen im Sand bequem gemacht. Die Temperatur war mehr als perfekt. Durch die wehenden Palmenblätter haben wir immer mal wieder ein paar sanfte Sonnenstrahlen abbekommen, während wir mit den Zehen im Sand gespielt haben. Die Kellner waren überaus zuvorkommend, haben mich mit Madame und Dirk mit Sir angesprochen und waren immer genau dann zur Stelle, wenn man sie gebraucht hat, ohne das Gefühl zu hinterlassen, dass sie einem im Nacken sitzen.
Die ganze Atmosphäre des Restaurants war rundum perfekt, auch wenn ich dieses Wort in diesem Bericht schon das dritte Mal verwende. Genauso war unser Tag aber auch.

Anse RoyaleKafe Kreol Restaurant


Am frühen Abend zurück in unserer Unterkunft war erst mal eine Dusche nötig. Nachdem ich mich wieder schön frisch gefühlt hatte, habe ich mir mein blaues Kleid übergeworfen und mich mit nassen Haaren in die angenehme Wärme der Terrasse gestellt. Der Himmel war wolkenfrei und in der Ferne das blaue Meer zu sehen.
In diesem Moment hat mich Dirk von hinten umarmt, über unseren perfekten Tag gesprochen, den wir zusammen hatten und mir eine Schatulle vor die Augen gehalten. Darin war der Ring meiner Träume…

Ich habe mich zu ihm umgedreht und nach oben in sein lächelndes Gesicht geschaut. Mit diesem Antrag in einem Land, das sich wahrhaftig als Urlaubsparadies entpuppt hat, hätte ich in Millionen von Jahren nicht gerechnet. Mir war ganz duselig und mein Herz hat lauthals gepocht. Auf einmal hatte ich eine Aufregung in mir, wie bei unseren allerersten Treffen. Glücklich haben wir uns in die Arme geschlossen und geküsst. Die Überraschung war absolut gelungen und der Ring hat gepasst wie angegossen. Ich konnte meinen Blick von diesem wunderschön glitzernden Stein gar nicht mehr abwenden. Hätte ich mir in Gedanken einen Ring ausmalen müssen, wäre es genau dieser gewesen. Dirk kennt mich einfach in- und auswendig.

Ewig sind wir uns in den Armen gelegen und haben darüber gesprochen, was für ein Glück wir doch miteinander haben und wie lang wir nun schon Seite an Seite durch unser gemeinsames Leben schreiten. Begonnen hat unser Kennenlernen mit einer immer tiefer werdenden Freundschaft und entwickelt hat sich daraus eine so einzigartige Beziehung, wie ich sie mir nicht anders wünschen würde. Bei uns darf der andere sein, wie er ist. Und zusammen ergänzen wir uns wie beste Freunde und Partner zugleich.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wie romaaantiiiiisch

  2. Was für ein Traummann! Alles richtig gemacht. :-) Liebe Grüße Lea

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