Afrika > Seychellen > 18. Oktober 2018

Diese Seite enthält Werbung.

Heute haben wir unser Selbstversorgerapartment wieder verlassen. Wow, schon eine Woche vorbei. Die Zeit ist geradezu verflogen.

Zum Flughafen, wo wir unseren Mietwagen wieder abgeben mussten, hat Dirk kein Navi gebraucht. Schon nach wenigen Tagen hatte er die ganze Insel Mahé bereits in seinem Kopf abgespeichert. Wie er das immer anstellt ist mir ein Rätsel.
Ich dagegen habe die Woche über immer wieder aus dem Autofenster geschaut und gesagt: „Wooow, guck mal wie schön!“ und er: „Hier waren wir doch schon.“

Die Abgabe des Mietwagens ist reibungslos verlaufen. Obwohl wir zuerst nicht sicher waren, ob wir dem plötzlich neben uns anhaltenden Autofahrer am Flughafen, der uns zu sich rübergewunken hat, trauen konnten. Kann ja jeder daherkommen und behaupten, er gehöre zu dem Mietwagenverleiher; und schwups ist der Autoschlüssel in falschen Händen.

Wir sind ihm dennoch einfach mal Richtung großem Flughafenparkplatz gefolgt und waren schlussendlich überzeugt, dass er dazugehört hat, als er uns eine Kopie des Schreibens von vor einer Woche mit Dirk’s Unterschrift ausgehändigt hat.
Der Hyundai hat sich sehr gut gefahren. Seyvillas kann ich diesbezüglich nur empfehlen.

Flughafen Mahé

Nachdem das Auto also abgegeben war, sind wir zum Air Seychelles Schalter gelaufen, um für unseren Weiterflug nach Praslin einzuchecken. Fröhlich hat die junge Frau dort über ihr Handy telefoniert, während sie unsere Reisepässe gescannt und das Gepäck mit den Labels beklebt hat.
Durch die Sicherheitskontrolle durften wir auch unsere Getränke mitnehmen. Das geht hier ja sehr gediegen zu.

Eine von vier Stunden war jetzt aufgrund einer Verspätung der Maschine noch totzuschlagen. Naja, so hatten wir immerhin Zeit, das auf 60 Minuten limitierte Wi-Fi des Flughafens zu nutzen und Daria von der Hochzeitsagentur die Details für unseren großen Tag zukommen zu lassen. Und da das Internet am Flughafen im Gegensatz zu dem in unserer Unterkunft ultraschnell und noch dazu zuverlässig war, hatten wir endlich mal die Gelegenheit, uns Fotos und Videos der vorgeschlagenen Foto- und Videografen anzuschauen. Einfach nur wunderschön!

Der Gedanke zu heiraten ist mir jetzt nicht mehr fremd. Ich muss zugeben, dass das in den letzten Tagen nicht so war. Für mich ist das alles sehr plötzlich gekommen. Den Rest meines Lebens mit Dirk verbringen wollte ich auch vorher schon, aber heiraten?
Immerhin hört man ständig, dass die Ehe alles verändert. Aber was genau verändert sie denn? Den Nachnamen? Das ist nun wirklich nicht bedeutend.

Ich denke, man macht sich mit einer Hochzeit einen viel zu großen Druck. Nicht nur, was den Gedanken an ihre Bedeutung angeht, sondern auch die ganze Organisation und Abwicklung. Man hat diesen einen Tag vor Augen, an dem alles perfekt sein soll.
Aber mal ehrlich, welche Hochzeit ist denn schon von vorne bis hinten perfekt? Und ist das denn wirklich so wichtig? Letztendlich geht es um zwei Menschen, die sich lieben und zusammen alt werden wollen. Und nicht darum, ob am Tag der Vermählung die Dekoration gepasst und das Outfit gestimmt hat.


Aber zurück zu unserem Weiterflug nach Praslin. Bald haben wir es geschafft und können diesen Eispalast von Gate verlassen. Das habe ich in heißen Ländern noch nie verstanden. Muss es denn sein, dass die Klimaanlagen in geschlossenen Räumen so aufgedreht werden, dass nach kurzer Zeit etliche Menschen um einen herum zu husten anfangen und ihre Pullis auspacken? Merkt das denn keiner?

Zwischen den Inseln Mahé und Praslin verkehren übrigens sowohl Flugzeuge als auch Fähren. Die Fähre ist etwa eine Stunde unterwegs und kostet im Schnitt umgerechnet 50€ pro Strecke und Person. Investiert man wie wir nur ca. 8€ mehr, kann man auch fliegen. Dabei schont man nicht nur die Meeresbewohner, sondern hat auch noch den schönen Nebeneffekt, die paradiesischen Inseln in aller Farbenpracht von oben bestaunen zu können.
Ein für uns ebenfalls ausschlaggebender Punkt für das Fliegen war, dass wir unseren Mietwagen direkt am Flughafen zurückgeben konnten. Hätten wir die Fähre genommen, wäre auch noch ein Transfer zum Hafen von Victoria nötig gewesen.

Ob wir uns auf Praslin mit Bussen, Fahrrädern oder einem Mietwagen fortbewegen sollten, war bis vor kurzem noch gar keine so leichte Entscheidung.

Busse sind sehr günstig. Für eine Einzelfahrt zahlt man 7 SR (ca. 0,45€) und kann so lang sitzenbleiben, wie man möchte. Die Fahrer nehmen allerdings niemanden mit, der Gepäck bei sich hat. Einige Reisende haben das wohl schon umgangen, indem sie einfach für einen weiteren Sitzplatz für ihr Gepäck bezahlt haben. Wir werden sehen, ob das auch bei uns klappt.
Die Busfahrten sollen etwas abenteuerlich sein und man verbringt wohl viel Zeit mit Warten, da nur etwa jede Stunde mal einer vorbeikommt. Die Haltestellen sind auch nicht gerade berauschend. Es hat nämlich keine Sitzmöglichkeiten und bis auf die Aufschrift „bus stop“ am Boden gibt es noch nicht mal irgendetwas, das auf eine Haltestelle hinweist.
Hat man eine Stunde gewartet und der Bus ist bereits voll, muss man auf den nächsten warten. Das kann noch spaßig werden.

Vom Fahrradverleih wird grundsätzlich eher abgeraten, da die Räder meist in keinem guten Zustand sind und das Fahren an sich sehr mühsam sein soll. Das kann ich mir nach Mahé gut vorstellen. Je nachdem, wohin man fährt, kann man die Fahrräder ja auch nicht mitnehmen; zum Wandern zum Beispiel.
Außerdem werden wir immer unsere Rucksäcke dabei haben. Irgendwo müssen ja Kamera Equipment, Handtücher, Sonnencreme, Getränke, Verpflegung und unsere Wertsachen rein. Klar, man kann auch mit einem Rucksack fahrradfahren, aber so richtig kann ich mich damit nicht anfreunden.
Im Schnitt bezahlt man für ein Fahrrad etwa 160 SR (ca. 10€) am Tag und ist damit auf jeden Fall günstig dran.

Ein Mietwagen wäre natürlich die beste Option, aber die Seychellen fressen uns so die Haare vom Kopf, dass wir darauf verzichten werden. Die Preise für ein Auto sind ähnlich wie die auf Mahé; zwischen 400€ und 500€ die Woche.

Es wird letztendlich also mit großer Wahrscheinlichkeit auf Busfahren hinauslaufen. Aber jetzt müssen wir erst mal auf der Insel ankommen.
Gleich startet der Check-in.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar.

  1. Echt interessant Miriam! Freue mich schon auf den nächsten Bericht.

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen