Ozeanien > Neuseeland > 18. November 2009

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Ich habe so viele Eindrücke in meinem Kopf. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles auf Papier bringen soll. Wobei ich das ab heute nicht mehr muss, weil ich mir für die Zeit hier zum Schreiben meiner Berichte extra einen günstigen Laptop gekauft habe. Das vereinfacht das Ganze sehr.

Gestern haben Annika und ich unseren Van saubergemacht. Das war wirklich harte Arbeit, weil er doch sehr heruntergekommen ist. Aber wir haben es geschafft, etwas daraus zu machen.
Rawiri und sein Freund (der wie ein Hobbit aussieht :-)) haben für unseren Van ein Bett eingebaut. Danach haben wir zusammen Vorhänge gekauft, einen kleinen Schrank mit vier Schubladen und zwei Boxen, worin wir unsere Klamotten verstauen können.
Rawiri möchte uns den Van nach unserer Reise gerne abkaufen, um ihn dann teurer zu verkaufen. Die Nachfrage unter den Backpackern hier in Neuseeland ist bestimmt hoch.




Als er heute tanken war, haben wir für ihn gezahlt; und haben ihm noch ein paar Dollar obendrauf gegeben. Das ist gar nichts verglichen mit dem, was wir von ihm bekommen. Sicherlich können viele Menschen nicht nachvollziehen, warum er das alles für uns tut.

Abends unterhalte ich mich oft sehr lang mit ihm, während wir in seinem gemütlichen Wohnzimmer sitzen. Als er ein Kind war, war es verboten, die Māori-Sprache zu sprechen, hat er mir erzählt. England hat Neuseeland damals gestürmt und einfach alles an sich gerissen. Sie haben den Kindern der Familien die Köpfe abgeschlagen. Was zu dieser Zeit passiert ist, war wirklich sehr schlimm; einige aus Rawiri‘s Familie wurden sogar verbrannt.

Hier in der Stadt nennen ihn die meisten Samuel, denn früher in der Schule durfte er keinen Māori-Namen haben. Ständig haben ihn die Kinder geschlagen und gesagt: “You silly Māori, you are stupid and ugly!“

Den Namen Samuel hat er zufällig bekommen. Seine Mutter hatte diesen irgendwo gelesen und ihn dann einfach so genannt. Erst 20 Jahre später hat er seinen alten Māori-Namen wieder angenommen.
Heute ist er stolz darauf, ein Māori zu sein. Im Laufe seines Lebens habe er beobachtet, dass weiße Menschen sich in die Sonne legen, nur um braun zu werden. Er hingegen hat diese Hautfarbe von Natur aus, also wollten sie ja anscheinend gerne so sein wie er, hat er sich ausgemalt.

Seine Gastfreundschaft kommt nicht von ungefähr. Als junger Mann ist er 10 Jahre durch die Welt gereist, hat vieles gesehen und erlebt.
Als er von seiner Weltreise zurückgekommen ist, hat er einen Campingplatz gebaut, um Menschen aus aller Welt um sich herum haben zu können. Es erfüllt ihn mit Freude, wenn sie seine Geschichten hören wollen. Ich bin eine von „ihnen“ und genieße es sehr.

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  1. Das sieht ja richtig gemütlich aus :-)

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