Afrika > Seychellen > 19. Oktober 2018

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Flughafen Praslin

Ich bin in der Spinnenhölle!
Kaum waren wir gestern auf der Insel Praslin gelandet, haben wir auch schon die erste Begegnung mit einer Wolfsspinne gemacht. Gerade wollte Dirk sein Kaugummipapier in einem Mülleimer entsorgen, als er direkt an der Öffnung dieses riesige braune Viech entdeckt hat, das nur noch sieben Beine hatte, weil das achte wohl abgerissen war.
So viel dazu, dass die großen Spinnen hier auf den Seychellen immer nur in ihren Netzen bleiben! Das mag wohl auf die Palmspinnen zutreffen, die hier übrigens auch allgegenwärtig sind und gerne ganze Gemeinschaftsnetze spinnen und dann zusammen darin abhängen, aber Wolfsspinnen krabbeln rum, wo es ihnen beliebt. Sie sind so dick und eklig!!! :-(
Davon liest man vorher in keiner Reisebroschüre.

Wolfsspinne


Da uns der Busfahrer aufgrund unseres Gepäcks wie erwartet nicht mitgenommen hat, auch dann nicht, wenn wir für die Backpacker Rucksäcke extra bezahlt hätten, mussten wir ein Taxi nehmen. 400 SR (ca. 26€) hat uns die Strecke der 13 Kilometer gekostet, aber dabei hatten wir gute Unterhaltung, denn der Einheimische Taxifahrer hatte Sinn für Humor.

Unsere Selbstversorgerunterkunft befindet sich nur wenige Gehminuten von der Anse Volbert entfernt, die für unseren Geschmack etwas überfüllt ist, wobei nichts hier auf den Seychellen bisher wirklich überlaufen war.


Dass es an der Anse Volbert sehr touristisch zugeht, merkt man schon an den vielen Seychellois, die einem Bootsausflüge andrehen wollen. Ich unterhalte mich dennoch flüchtig mit ihnen; man muss ja nicht gleich unhöflich werden.

Die Unterkunft, die wir für sechs Tage gebucht haben, ist sehr einfach. Räumlich zwar großzügig, sogar mit zwei Schlafzimmern, aber die Ausstattung ist ziemlich abgenutzt und der Geruch lässt zu wünschen übrig. Die dunkelbraunen Holzfenster öffnen wir lieber nicht, aus Angst davor, sonst ungebetene Gäste wie zum Beispiel die fetten Wolfsspinnen in unserem Schlafgemach zu haben.
Eidechsen haben wir hier drin überall, aber das ist ok; auch wenn ich sie nachts nicht unbedingt auf dem Bett haben will. Überall kriechen sie an den bleichen weißen Wänden entlang und können einen schnell mal erschrecken. Sie sind nützlich, denn sie fressen Ungeziefer; wobei sie es mit einer Wolfsspinne definitiv nicht aufnehmen würden.

unsere Unterkunft

Die hölzerne Eingangstür hat zum Boden hin einen so großen Spalt, dass wir diesen mit einem Handtuch ausgestopft haben. Die Küche ist groß, aber auch ziemlich veraltet und lädt nicht gerade zum Kochen ein. Die Kissen auf dem Sofa sind vergilbt, die grell leuchtenden Lampen verschmiert und das Klo von gelben Streifen übersät.
Aber auf so etwas muss man sich eben einstellen, wenn man die Seychellen günstig bereisen will. Am besten recherchiert man vorher ausgiebig oder investiert direkt 150€ aufwärts pro Nacht, um solche Räumlichkeiten zu vermeiden.


Ich möchte die Unterkunft nicht schlechtreden, denn das wäre nicht fair. Ich will nur, dass man sich als Leser ein klein wenig in uns hineinversetzen kann und erkennt, dass das hier mit Erholungsurlaub nicht immer viel gemein hat.

Mit 80€ pro Nacht inklusive Frühstück, eigener Küche, Parkplatz, Klimaanlage im Schlafzimmer und verhältnismäßig gutem Wi-Fi – wenn es denn mal funktioniert – ist man dafür aber für seychellische Verhältnisse sehr günstig dabei. Und die herzige Art der Besitzerin und ihrer Angestellten kann man mit keinem Geld der Welt kaufen. Ich denke, sie geben sich viel Mühe die Unterkünfte sauber zu halten; denn schmutzig sind die Räume nicht, man hat nur den Eindruck, weil eben alles uralt ist.

Da wir uns hier nach unserer gestrigen Ankunft nicht sonderlich wohlgefühlt haben, wollten wir zu dem nahegelegenen Strandabschnitt laufen, um uns abzulenken. Weit gekommen sind wir erst mal nicht, da uns sofort der Anblick der knallroten Vögel aufgehalten hat, deren Farbe unbeschreiblich schön ist. Madagaskarweber wird dieses Prachtstück genannt. Die rote Farbe hat nur das Männchen. Das Weibchen dagegen hat ein schlichtes braunes Gefieder und ähnelt unserem deutschen Spatz.

Madagaskarweber

Nach ein paar Schnappschüssen sind wir weitergelaufen, wenige Meter später aber schon wieder stehengeblieben. An einem Baum in dem Garten des Geländes haben sich etliche Eidechsen getummelt; wunderschön grün und beim Ranzoomen mit einem geeigneten Objektiv sogar noch beeindruckender.

Dann ist es aber schließlich zum Strand weitergegangen. Mit einem Tunnelblick geradeaus, immer wenn es an den Netzen der vielen Palmspinnen vorbeigegangen ist.

Palmspinne

In einem Restaurant, das im Gegensatz zu allen anderen in der Gegend relativ günstig war und in der Menükarte sogar eine ganze Seite an Auswahl für Vegetarier hatte, haben wir uns hingesetzt. Dort war es endlich gemütlich und wir haben uns ungestört gefühlt. Bis dann unser Essen gekommen ist. Fast zeitgleich waren wir in demselben Augenblick von einem Schwarm Fliegen umgeben, der auch etwas abhaben wollte. Eine von ihnen war so dreist, sich an Dirk’s Soße zu bedienen. Dabei ist sie ausgerutscht und flügelschlagend auf dem Rücken gelegen. Da vergeht es einem wirklich.
Der Kellner aber hat ruck zuck registriert, dass Dirk mit seiner Serviette nur noch am Wedeln war und uns räucherndes Kaffeepulver gebracht. Das hat ein paar der Fliegen vertrieben, ohne Wedeln hätten wir dennoch keine Ruhe gehabt. Also haben wir etwas schneller gegessen als sonst.


Zurück in der Unterkunft habe ich jede Ecke gründlich kontrolliert. Alles, was Reißverschlüsse hat, wird nach dem Öffnen gleich wieder geschlossen und jedes Kissen umgedreht.

Einzuschlafen ist mir ziemlich schwergefallen. Ich war wie starr, weil ich ständig im Hinterkopf hatte, dass alles Mögliche über meine aus dem viel zu kurzen Bett raushängenden Füße krabbeln könnte.
Außerdem haben mir die Bettfedern der abgenutzten Matratze in den Rücken gedrückt. Meine Bedenken davor, nachts bei Dunkelheit barfuß auf die Toilette gehen zu müssen, haben mir das Gefühl gegeben, als wäre meine erst frisch geleerte Blase schon wieder voll.
Natürlich musste ich dann nachts; was zur Folge hatte, dass ich eine Ewigkeit gebraucht habe, um wieder einzuschlafen, vor allem bei der stickigen Luft. Aber lieber so, als die Fenster ohne Insektennetz zu öffnen.

Trotzdem habe ich verblüffend gut geschlafen und heute geht es mir im Bezug auf die Unterkunft schon viel besser. Aber mehr dazu morgen. Es ist mal wieder fast 23:00 Uhr und ich könnte mal wieder Romane schreiben.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Das ist ja heftig mit diesen Insekten! Ihr Armen!

    1. Naja, Insekten an sich haben uns nicht wirklich Probleme bereitet. Die Spinnen waren halt sehr unangenehm. Aber sie tun nichts und sind noch nicht einmal giftig. Sie sind eben einfach nicht schön anzusehen.

  2. Sie sind überall:-(
    Das hört sich an wie in einem Horrorfilm:-)
    Toll, dass du auch solche Sachen schreibst!
    Um diese Erfahrung beneide ich dich nicht. Ich finde Spinnen soooooooooo eklig !!!

    1. Ja, mir war dabei in der Tat auch ziemlich unwohl. Obwohl sie einem ja gar nichts Böses wollen. Sie möchten ja auch am liebsten in Ruhe gelassen werden.

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