Ozeanien > Neuseeland > 27. November 2009

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Heute haben Annika und ich hier in Whitianga für NZ$85 (ca. 43€) pro Person eine zweistündige Bootsfahrt gemacht.




Das Meer ist wirklich wunderschön. Der auf dem Werbeplakat viel versprechende Glasboden war nicht gerade spektakulär, aber unsere Augen waren sowieso auf die wunderschöne Landschaft gerichtet. Sogar an der Cathedral Cove sind wir mit dem Boot vorbeigefahren. Na endlich!

Cathedral Cove

Wer wollte, konnte mit der Schnorchelausrüstung an Bord ins Wasser gehen. Bis auf mich war dem keiner sonderlich angetan. Verständlich, das Wasser war ja auch verdammt kalt. Für mich persönlich ist das offene Meer sehr respekteinflößend, aber wo ich schon mal die Gelegenheit hatte, habe ich sie auch genutzt.
Kurz nachdem ich die Schnorchelmaske aufgesetzt hatte, über eine Leiter ins Wasser gestiegen bin und auf den Boden geschaut habe, bin ich doch lieber wieder direkt ins Boot geklettert. Das war viel zu unheimlich!

In Fidschi, wohin ich dank meines Around The World Tickets nach der Neuseeland Reise fliegen werde, möchte ich aber auf jeden Fall tauchen lernen. Meine Angst muss ich bis dahin noch etwas überwinden. Aber das war heute ja auch das allererste Mal in meinem Leben.




Einer der Bootsleute hat zwischenzeitlich alles Mögliche aus dem Meer hochgeholt und uns gezeigt. Einen Seeigel, Seestern, Fisch und einen Hummer. Den Seeigel durften wir in die Hand nehmen. Ganz schön stupfelig. Er hat sich sogar bewegt. Atmen Seeigel etwa?
Kaum hatte ich mich kurz umgedreht, war der Seeigel auf einmal zweigeteilt. Die andere der Bootscrew hat ihn einfach mit einem Messer aufgeschnitten, damit wir sehen konnten, wie er von innen aussieht. Echt gemein!

(Nachtrag 06.02.2019: Seeigel sind Tiere und müssen atmen, um zu überleben. Natürlich unter Wasser.)




Nach der Bootstour sind wir in die Stadt und haben erst mal ein Triple-Scoop-Eis gegessen; ein richtiger Turm aus Eiskugeln. Jamm!

Im Anschluss haben wir uns zur Cathedral Cove aufgemacht, um sie auch noch vom Land aus zu sehen. Heute haben wir sie endlich gefunden!
Einen Wahnsinns-Ausblick hat man vom Parkplatz oben. Nachdem wir unseren Van abgestellt hatten, sind wir nach unten zur Bucht gelaufen. Fast 45 Minuten haben wir gebraucht. Das hat sich wirklich gelohnt. Das erste Mal, wenn man durch dieses Felsentor läuft, ist atemberaubend.

Weg runter zur Cathedral Cove


Über 200 Fotos haben wir geschossen, während eine Möwe heimlich die Gelegenheit genutzt hat, Annika‘s Tasche auszuräumen. Die hatte sie vor lauter Begeisterung einfach in den Sand geworfen. Als sie den Frechdachs dabei erwischt hat, ist sie ganz schnell hingerannt. Der Inhalt ihrer Tasche war jedoch schon überall verteilt. Sogar Annika‘s Kaugummis und Halsschmerztabletten hat die Möwe gefressen.





Eine ganze Weile hatten wir an dem Strandabschnitt verbracht, bis es langsam zu dämmern begann. Also haben wir uns wieder nach oben Richtung Parkplatz begeben. Dort haben wir zufällig ein paar Backpacker wiedergetroffen, die wir in dem Hostel in Auckland kennengelernt hatten. Denen wollten wir natürlich unbedingt unseren Van zeigen, aber als ich gerade darauf deuten wollte, war er weg.

Er stand nicht mehr auf der Markierung, sondern war den Abhang runtergerutscht; trotz gezogener Handbremse. Mit den Hinterreifen ist er während unserer Abwesenheit durch das Rückwärtsrollen über den Bordstein geknallt und hat ein Netz weggerammt. Glücklicherweise ist er nicht die Schlucht runtergestürzt, weil er von einem Reststück Bordstein gehalten wurde. Das war weit und breit war das das einzige Stück! Hätten wir auch nur ein klein wenig weiter links oder rechts geparkt, wäre der Van den Abhang runtergefallen und auf dem Meer aufgeschlagen.

Drinnen hatten wir ein Abschleppseil. An das ranzukommen war allerdings gar nicht so ungefährlich. Das befand sich nämlich im hinteren Teil, also musste ich durch die Vordertür einsteigen, über die sich nach unten neigenden Sitze klettern und mich über die Matratze robben. Im selben Moment ist mir klargeworden, was ich da eigentlich gerade mache. Gesunder Menschenverstand Fehlanzeige.

Naja, es ist zum Glück nichts passiert, sodass ich das Abschleppseil an unserem und dem Van eines hilfsbereiten Pärchens anbringen konnte. Leider ohne Erfolg. Nicht mal durch zusätzliches Schieben durch sechs andere Leute hat er sich bewegt. Der Van ist einfach nicht über den Bordstein drüber gekommen.


Also habe ich mit meinem fast schon leeren Handyakku die Polizei angerufen, die wiederum den Abschleppdienst informiert hat. Eine Stunde später war jedoch immer noch niemand da. Ob das an meiner miesen Wegbeschreibung gelegen hatte? Oder doch an dem schlechten Empfang?

Erneut anrufen konnte ich nicht. Mein Akku musste geschont werden. Als mein Handy nach zwei Stunden dann aber geklingelt hat, bin ich natürlich rangegangen. Die Polizei war dran und hat mir mitgeteilt, dass der Abschlepper jetzt auf dem Weg sei. Da war es schon fast stockdunkel. Der Akku hatte noch genau für diesen einen Anruf gereicht; dann war Ende.

So langsam wurde es immer kälter und unangenehmer. Annika und ich hatten aber immerhin genug warme Sachen dabei. Nach einer weiteren verstrichenen Stunde haben wir uns auf den Parkplatzboden gelegt und in den Sternenhimmel geschaut. Wir waren unheimlich müde und hatten keine Ahnung, ob man uns überhaupt finden würde.


Bis irgendwann tatsächlich der Abschleppdienst kam. Mit einem sehr starken Seil konnte der Mann den Van rausziehen. Es war zum Glück nichts kaputt.
Ich habe den Motor gestartet und alles hat funktioniert, als wäre gar nichts passiert. NZ$180 (ca. 90€) hat uns die Aktion gekostet.

Nachdem wir uns bedankt hatten, ist der Mann wieder weggefahren. Todmüde sind wir in den Van gestiegen und wollten uns gerade auf die Socken machen, da war die Batterie plötzlich wieder leer. Ich konnte tun, was ich wollte, der Van ist nicht angesprungen. Das konnte doch jetzt nicht wahr sein!

Unsere nun einzige Hoffnung war eine junge Frau, die etwas weiter weg ganz allein in ihrem Auto lag. Wir haben an ihre Scheibe geklopft und sie gebeten, uns Starthilfe zu geben. Es war zappenduster. Sie hatte keine Ahnung, wie man Starthilfe gibt, aber darin war ich ja mittlerweile Profi. Also habe ich ihr erklärt, was sie tun muss und habe die beiden Autos überbrückt. Das hat geklappt und wir konnten endlich losfahren. Wohin, war noch die Frage, aber Hauptsache mal weg.

Auf dem Rückweg nach Whitianga haben wir einen Igel gesehen, ein Possum, ein Schaf, Katzen… Da waren auf einmal alle möglichen Tiere unterwegs.

Als hätten wir nicht schon Ärger genug gehabt, waren wir noch dazu pleite; alle beide. Wir mussten demzufolge erst mal eine Bank ausfindig machen, um uns einen Schlafplatz leisten zu können. Wo auch immer sich dieser befinden sollte. Wir hatten keine Ahnung, wo wir schlafen würden.

Endlich eine Bank gefunden, hat der Geldautomat gesponnen. Was war denn heute los!? Nach mehreren Versuchen hat er dann aber doch noch was ausgespuckt.

Der nächstbeste Campingplatz, den wir entdeckt hatten, sollte für diese Nacht unser zu Hause sein. So spät hatte dieser natürlich nicht mehr geöffnet, aber es war keine Schranke davor.
Wir waren so übermüdet, dass wir einfach reingefahren sind und uns einen Platz zum Parken ausgesucht haben. Auf das Armaturenbrett haben wir eine Nachricht gelegt, dass wir morgen zahlen werden. Endlich schlafen!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Na da hattet ihr ja nochmal Glück!!! Gut dass der Abschleppdienst am Ende doch noch gekommen ist! Marie

  2. Gar nicht ohne mit der Klippe !!

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